Sozialstammtisch

zum Thema „Ausbeutung von Mensch und Natur“ am 15.3.2012 40 BesucherInnen informierten sich und diskutierten am 15.3. zum Thema „Ausbeutung von Mensch und Natur am Beispiel der Gemüseproduktion in Südspanien“ auf Einladung der Betriebsseelsorge, KAB, Südwind NÖ/St.Pölten, ÖGB & AK St. Pölten sowie von „weltumspannend arbeiten“ des ÖGB in der AK St. Pölten. Nach dem Dokumentarfilm „Der Preis für unser Gemüse – Migration, Ausbeutung und Landwirtschaft in Almeria“, der bei einer Studienreise von „Weltumspannend arbeiten“ und dem europäischen BürgerInnenforum 2011 gedreht wurde, berichtete Dieter Behr als Mitveranstalter von den Absichten und Ergebnissen der Reise. Er erzählte von den Ausschreitungen gegen die illegalen Erntearbeiter aus Nordafrika im Jahr 2000, die Auslöser für Solidaritätsaktionen für die dortige Landarbeitergewerkschaft SOC waren. Seither versucht das „BürgerInnenforum“ gemeinsam mit europ. Gewerkschaftsgruppen, den meist rechtlosen Migranten in Europas größtem Gemüseproduktionsgebiet zu helfen, Missstände aufzuzeigen und die Handelsketten durch öffentliche Aktionen dazu zu bringen, auf soziale Produktionsbedingungen zu schauen. Denn die Kapitalisierung der Lebensmittelproduktion ist die Ursache für viele Missstände. Gewinner ist einzig das Agrobusiness, die Bewässerungs- und Düngemittelindustrie sowie die Supermarktketten. Die Natur genauso wie die arbeitenden Menschen werden dabei schwerst ausgebeutet. Dies betonte auch der Vertreter von Agro-ATTAC, Hr. Ludwig Rumetshofer in seinem Statement. Ein möglicher Ausweg sei einzig die Ernährungssouveränität, die den Menschen in den Mittelpunkt des Lebensmittelsystems stellt von der Produktion bis zum Konsumenten und Alternativen zum Energieinput durch Erdöl. Marcus Strohmeier als neuer internationaler Sekretär des ÖGB bestärkte die Kritik an dieser Form der Globalisierung und der Kapitalisierung der Landwirtschaft. Opfer seien die Arbeitnehmer in Spanien aber genauso bei uns, wenn man die Erntearbeiter im Marchfeld ansieht oder die in prekäre Arbeit ausgelagerten Dienste in Reinigung, Küche, Wäschereien etc. In der anschließenden Diskussion wurden Alternativen zum 'kranken' Agrar- und Lebensmittelsystem genauso diskutiert wie mögliche solidarische Aktionen gegen die ungerechten globalen Arbeitsbedingungen und die Auswirkung auf unsere ArbeitnehmerInnen. Dabei wurden einerseits individuelle Änderungen des Konsumverhaltens gefordert genauso wie politische internationale Aktionen gegen die ungerechten Produktionsbedingungen. Dabei diskutierten der Vorsitzende von Südwind St. Pölten, Helmuth Lawitz genauso wie Andreas Fiala und Stadtrat Jochen Haiderer vom ÖGB St. Pölten, der Vorsitzende des Umweltausschusses im St. Pöltener Gemeinderat Gottfried Kern, Vertreter der KAB und Betriebsseelsorger Franz Sieder und Sepp Gruber.