25 Jahre Jubiläum Betriebsseelsorge St. Pölten

Mit einem Festakt feierte die Diözese St. Pölten 25 Jahre Betriebsseelsorge St. Pölten. Die Betriebsseelsorge baute in dieser Zeit viele Brücken: zwischen Arbeiter/innen und Kirche, zwischen Jung und Alt und zwischen Zuwanderern und Einheimischen. Sepp Winklmayr, Direktor der Pastoralen Dienste – zu denen die Betriebsseelsorge dazugehört – betonte: „Das Herz der Betriebsseelsorge schlägt für die Kleinen, Schwachen und für Menschlichkeit.“


Winklmayr würdigte das Team der Betriebsseelsorge: „Ihr seid Türöffner zu Bereichen und Menschen, die sonst für die Kirche vielleicht nicht so zugänglich wären. Ihr seid Brückenbauer zu Arbeiter/innen und zu Menschen aus allen Völkern und Religionen.“ Der Leiter der Pastoralen Dienste kann dazu auch so manche Anekdote erzählen: „Vor Jahren reinigte die Betriebsseelsorge den jüdischen Friedhof in St. Pölten von Ästen, Sträuchern und Unkraut. Das haben wir dann verbrannt und deshalb rückte sogar die Feuerwehr aus, was sich natürlich als Fehlalarm entpuppte.“ Aber es sei ein Zeichen gewesen für ein Miteinander mit den anderen Religionen. Mit dem „Fest der Begegnung“ am St. Pöltner Rathausplatz setze die Betriebsseelsorge jedes Jahr ein großartiges Signal für ein gutes Zusammenleben der Menschen aus allen Nationen.
Durch die Aktivitäten von Sepp Gruber sei die Betriebsseelsorge gleichsam wieder „auferstanden“, er habe ihr viel Leben eingehaucht. Viele weitere Akzente setze die diözesane Einrichtung: So erinnerte Winklmayr an die von Gruber initiierten Friedensfahrten per Rad, die ihn auch in Wüstengebiete führte. Dass Grubers Herz auf der richtigen Seite schlage, habe zum Beispiel die Auszeichnung mit dem „Löwenherz-Preis“ gezeigt. Ihm sei es weiters wichtig, mit der Jugend in Kontakt zu kommen, deshalb unterrichte er wieder. Gruber sei im positivsten Sinne „ein bunter Hund“. Winklmayr überbrachte viele wertschätzende Grüße, etwa von Bischof Klaus Küng oder Weihbischof Anton Leichtfried.
Gemeinderätin Mirsada Zupani meinte, „vielleicht ist die Betriebsseelsorge wichtiger als je zuvor, denn der Leistungsdruck wird immer größer“. Die Betriebsseelsorge habe einen Ort geschaffen, der die Alltagssorgen erträglicher mache. Auch sie zählte viele Initiativen der Betriebsseelsorge auf: etwa Deutschkurse für Zuwanderer oder die Förderung junger Künstler/innen. Es gebe mit der Region St. Pölten eine sehr gute Kooperation, die Betriebsseelsorge stehe für ein Miteinander und Füreinander.
Der Werdegang der Betriebsseelsorge St. Pölten
Vor 25 Jahren wurde Sepp Gruber vom damaligen St. Pöltner Bischof Franz Zak nach Bemühen des bekannten Arbeiterpriesters Franz Sieder mit den Aufgaben eines Betriebseelsorgers in St. Pölten betraut. Im Herbst 1994 konnte die Betriebseelsorge nach mühsamer Adaptierungsarbeit durch viele Ehrenamtliche ins Haus Schneckgasse 22 übersiedeln und das Haus beleben: zu Beginn war es vor allem die Jugendarbeit mit dem neuen Jugendtreff „Little Phönix“ und die Arbeit mit Menschen in Not und Flüchtlingen. Neben weiteren Arbeitseinsätzen in Betrieben wie Salzer, Teich und Glanzstoff unterrichtete Sepp Gruber auch in der Berufsschule und an der med.techn. Fachschule des KH. Das Team organisierte zahlreiche sozialpolitische Veranstaltungen, Bibelgesprächsrunden, die erwähnten völkerverbindenden „Feste der Begegnungen“, Exkursionen und Heurige. Der Jugendtreff  managte neben einem offenen Betrieb viele Konzerte mit Jugendbands und Vernissagen junger Künstler/innen. „Vielen arbeitssuchenden und notleidenden Menschen konnten wir im Zentrum helfen, vor allem auch vielen Asylwerbern und Migrant/innen“, so der engagierte Betriebsseelsorger Gruber.
2009 wurde die Betriebsseelsorge umstrukturiert und aus Unteres Traisental, St. Pölten und Oberes Traisental wurde Betriebseelsorge Traisental mit einem gemeinsamen Zentrum in St. Pölten. Im Team wirken weiters Martina Bzoch, Christine Plank, Martina Pummer und Kathrin Riedel. Seither betreut die Betriebseelsorge von Traismauer bis St. Ägyd zahlreiche Betriebe, bietet Angebote in der Arbeitswelt und in der 'OASE' in St. Pölten an und „steht weiter auf der Seite der 'Kleinen' oder 'kleingemachten' Menschen in der Arbeitswelt nach unserem Motto 'im Mittelpunkt der Mensch' und 'jede/r kleine Arbeiter/in ist mehr wert als alles Gold der Erde'“. (Joseph Cardijn)

Foto: Mitarbeiter/innen und Freunde der Betriebsseelsorge St. Pölten