Sommerakademie der BS und KAB

Bei der Sommerakademie der Katholischen Arbeitnehmer/innen-Bewegung (KAB) und der Betriebsseelsorge wurde der Dialog zwischen Kirche und Gewerkschaft gewürdigt.

Betriebsräte von verschieden großen Unternehmen berichteten vom unterschiedlichen Verhältnis zwischen Beschäftigten mit und ohne Migrationshintergrund. Der Betriebsrat eines großen niederösterreichischen Weltkonzerns erzählte etwa, dass es in seinem Unternehmen kaum direkte Probleme gebe. Die Angestellten seien den Umgang mit Migranten aufgrund ihrer weltweiten Kommunikation gewohnt, Arbeiterinnen und Arbeiter hätten in Jobs, bei denen es hohe Qualifikation brauche keinen Verdrängungsdruck. Anders sehe es etwa in jenen Betrieben aus, die weniger Bildung erfordern. Manche Jüngere hätten Ängste davor, in Minderheit zu geraten, den Arbeitsplatz zu verlieren oder bei der Karriere zu kurz zu kommen. Hier gebe es durchaus Neid-Debatten, viel Negatives würde über die sozialen Netzwerke wie Facebook in die Unternehmen hineinschwappen. Wichtig sei die Vorbildwirkung von Vorgesetzten bzw. Eigentümern, etwa wenn die Familie Umdasch und die Firma Erber Biomin in soziale Projekte investiere.
Fragen wie die vielen Flüchtlinge, Islam oder auch Terrorismus seien ein großes Thema in den Unternehmen, teils gebe es eine aufgeheizte Stimmung. Unbehagen gebe es weites, wenn ausländische Beschäftigte zu schlechteren Bedingungen zu arbeiten bereiten sind. Kritisch würden viele auch sehen, wenn sich in den Betrieben die diversen ethnischen Gruppen in ihrer Muttersprache und nicht auf Deutsch unterhalten. Manche Betriebsräte berichten, die Hemmschwelle über Migranten negativ zu sprechen sei viel niedriger geworden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Sommerakademie riefen dazu auf, auf die Sprache zu achten und nicht nur über andere zu sprechen, sondern mit den Zuwanderern. Gebe es gemeinsame Interessen wie Fußball würde das die Beziehungen verbessern. Vielfach würden heimische Beschäftige einfordern, dass die hiesigen kulturellen Standards – etwa Frauen als Chefs – akzeptiert werden.


Im Zuge der Veranstaltung wurde die Pensionierung, nach 40 Jahren als Betriebsseelsorger von Kaplan Franz Sieder gewürdigt und gefeiert. Franz alles Gute von uns allen!