Ein Tag in WIEN

Einen etwas anderen Tag in Wien verbrachten wir mit Freunden der Betriebsseelsorge Anfang Oktober.


Vormittags besuchten wir das Jüdische Museum in der Dorotheergasse, wo wir eine Führung zum Judentum in Wien miterleben durften. An einigen persönlichen Beispielen wurde die Zeit von 1938 bis heute verdeutlicht.
Die Mittagszeit verbrachten wir im INIGO, einem Lokal im 1. Bezirk, in dem Langzeitarbeitslose arbeiten, und so wieder den Start in die Arbeitswelt schaffen. Wir wurden höflichst und mit viel Elan bewirtet und auch das Essen schmeckte vorzüglich.
Am Nachmittag trafen wir uns zu einem außergewöhnlichen Stadtsparziergang. Einer – von Obdachlosigkeit betroffener – SHADES-Tour-Guide erzählte auf einer zweistündigen Tour durch das innere Wien von den Herausforderungen der Obdachlosigkeit, von Lösungsansätzen und auch von den unterschiedlichen Gründen dafür.

• Hast du gewusst, dass es 3 verschiedene Arten von Obdachlosigkeit gibt? Die unsichtbare, bei der die Personen bei Freunden unterkommen, die versteckte, wo eine Schlafmöglichkeit in einer öffentlichen  Organisation aufgesucht wird und die offene, bei der der betroffene Mensch auf einer Parkbank, unter der Brücke oder auch in der Bahnhofshalle schläft.
• Hast du gewusst, dass nicht alle Menschen berechtigt sind, in einer öffentlichen Schlafmöglichkeit unterzukommen. Dazu brauchen sie einige Voraussetzungen, z.B. die österreichische Staatsbürgerschaft bzw, gleichgestellte Personen.

WIEN hat 8000 „offizielle“ Obdachlose, und wahrscheinlich nochmals so viele „verdeckte“ Obdachlose.
Es war ein Tag zum Nachdenken, für Demut und Dankbarkeit.                                                         Theresia Janisch