Papst Leo Preisverleihung

Papst Leo Preisverleihung im Stift Altenburg

 Im Rahmen eines würdigen Festaktes wurde  in der Bibliothek des Stiftes Altenburg an Josef Gruber, Schwester Karina Beneder und Josef Mautner die Preise für ihre besonderen Bemühungen und Dienste um die katholische Soziallehre von der Papst-Leo-Stiftung verliehen.

Bischof Alois Schwarz konnte den drei Preisträgern die Urkunden und Papst-Leo-Statuen überreichen, und freute sich dass die Soziallehre nicht nur ein Wissensgebiet ist, das unterrichtet wird, sondern das gelebt wird. „Papst Franziskus schreibt, es ist zu wenig nur Nachbarn zu sein. Wir müssen Geschwister werden, so wie er in seiner Enzyklika „fratelli tutti“schreibt. Es ist unsere Aufgabe, Geschwister zu werden. Durch die Preisträgerin und die Preisträger erfahren wir, dass es Menschen gibt, wo andere erfahren - ich bin Bruder oder Schwester geworden.“

Als treibende Kraft bei den vielen Sitzungen und unzähligen Preisverleihungen ehrte der Vorsitzende des Kuratoriums Abt Thomas Renner in seiner Laudation Roman Fröhlich.  Auf Augenhöhe, Geschwisterlichkeit und Unentgeltlichkeit hat Roman Fröhlich sein Leben für das Evangelium und Miteinander mit Arbeiterinnen und Arbeitern eingesetzt. Dieser Ehren-Leo möge von diesen Geschichten erzählen.“

Die Preisträger und ihre Projekte

Josef Gruber bedeutet Betriebsseelsorge einerseits ein Hingehen zu den arbeitenden Menschen und zu denen, die sich für deren Rechte einsetzen, wie Betriebsräte und Gewerkschafter, andererseits ein Einladen zu Gottesdiensten und Veranstaltungen sowie Begegnungsmöglichkeiten und ein Ermutigen der Menschen in der Arbeitswelt zum eigenen Engagement und zum Leben ihres Glaubens. 
Josef Gruber wurde 1990 vom damaligen St. Pöltner Bischof Dr. Franz Žak mit den Aufgaben eines Betriebsseelsorgers in St. Pölten betraut. Um die Arbeitswelt kennenzulernen, ging der studierte Theologe zuerst einmal als Hilfsarbeiter in eine Fabrik. Hingehen zu den Arbeitern, das war sein Ziel. Er stellte fest, dass es eine Kluft zwischen Arbeitern und Angestellten, zwischen unten und oben, aber auch zwischen Ausländern und Inländern gab und auch heute noch immer gibt. Das Team der BS organisierte  zahlreiche sozialpolitische Veranstaltungen, Bibelgesprächsrunden, die völkerverbindenden „Feste der Begegnungen“, Exkursionen und Heurige. Vielen arbeitsuchenden und notleidenden Menschen konnte geholfen werden, vor allem auch Asylwerbern und MigrantInnen. Wenn Gruber heute mit Arbeitnehmern in einem Betrieb ins Gespräch kommt, geht es ihm vor allem darum, offen zu sein und zuzuhören. „Es sind oft finanzielle Probleme oder Probleme mit der Wohnung, die man sich nicht mehr leisten kann, aber auch Probleme mit der Arbeitsplatzsuche, vor allem bei Menschen, die nur die Chance haben, in Leiharbeit unterzukommen“, erzählt Gruber. Neben seinem Einsatz für Menschen in Not und Flüchtlingen sucht er aber auch immer den Dialog zwischen den Kulturen, z. B. mit den „Multi-Kulti-Festen“. Begonnen hat es vor 30 Jahren mit „Multi-Kulti-Camps“. Es folgten kleinere interkulturelle Feste in St. Pölten, bis Gruber schließlich 2004 am Rathausplatz das erste „Fest der Begegnung“ organisierte. Dieses „Fest der Begegnung“ bringe Menschen bei gemeinsamem Essen, Feiern und Tanzen zusammen.